Meine Schreibpause war länger als geplant, viel länger als gedacht und auch für das Nähkästchen habe ich nichts zustande gebracht. Ehrlich gesagt, hatte ich Angst davor wieder zu schreiben. Je länger man etwas hinausschiebt, desto schwieriger wird es sich dazu zu überwinden. Zumal die Geister der Vergangenheit noch nicht vollkommen zum Schweigen gebracht werden konnten. Nein, im Gegenteil sie werden mich noch mindestens bis zum Ende des Jahres verfolgen. Aber bis Ende des Jahres kann ich mich nicht unter meiner Decke verkriechen, so sehr ich es mir auch wünsche.
Bei meinem Herrn und mir gab es einige schöne Sessions, einige sind wieder einmal in die Hose gegangen. Aber insgesamt ist tatsächlich nicht viel passiert. Allerdings werfen große Dinge ihre Schatten voraus und davon wollte ich gern erzählen. Mein Herr möchte gern ab und an die Anzahl der Spieler erhöhen, womit ich nur allzu einverstanden bin. Ob das was Längerfristiges wird oder eine einmalige Aktion bleibt abzuwarten. Wir denken dabei an zwei Wege:
Der eine ist einen weiteren Dom einzubinden. Das bietet zum einen die Gelegenheit das Machtgefällt deutlicher und symbolträchtiger zur Schau zu stellen, worauf mein Herr meistens eher keine Lust drauf hat, zur anderen aber auch die Annehmlichkeit eines weiteren Paares Hände, die für manche Fixierungen und Spiele durchaus nützlich sind. Naja und es bringt neue Impulse und Ideen. Ich glaube allerdings, dass es gar nicht so einfach wird einen passenden Kandidaten zu finden, was vor allem “meine Schuld” ist. Ich bin nicht immer leicht im Umgang und habe einige unübliche Tabus für solche Spiele, bei denen nicht verhandelt werden kann. Zum Beispiel werden ich einem Fremden keinen Blowjob geben, was eigentlich so etwas wie ein Standard ist. Für mich ist es auch Standard; Standard für eine Panikattacke. Außerdem muss sich derjenige mindestens mit mir auf Augenhöhe befinden. Auch wenn das im ersten Moment sehr unsubbig klingen mag, aber ich ordne mich niemanden unter, den ich für dümmer halte als mich selbst. Ganz im Gegenteil, ich würde mich tendenziell eher über ihn lustig machen. Das ist mir einmal passiert und für den Abend war es ganz spaßig, aber das ist nun einmal nicht das, was ich mir darunter vorstelle. Damals habe ich für kurze Zeit regelmäßig mit einem Pärchen gespielt und einmal war noch ein weiteres Paar dabei. Der Dom von denen war sicherlich nicht völlig verblödet, aber er war von der Sorte Vergehen der Subs an den Haaren herbeizuziehen, nur um sie strafen zu können. Diese Art stößt bei mir auf Granit. Beispielsweise kündigte er seiner Sub 50 Schläge mit dem Paddel an und nach genau 21 fragte er “wo sind wird eigentlich gerade”, wohl wissend, dass er seiner Sub nicht aufgetragen hatte zu zählen. Man konnte in seinen Augen sehen, dass er es lediglich darauf angelegt hatte von vorn zu beginnen. Als ich ihm sagen konnte, dass es gerade der 21ste Hieb war, konnte man plötzlich Verwirrung in seinem Blick erkennen, was mich in meiner Annahme bestätigte, dass er einen Anlass zu Strafe provozieren wollte. Versteht mich nicht falsch, man kann so spielen, aber ich finde es wenig dominant, wenn man Ausreden braucht um seine Sub zu hauen, schließlich kann man das auch einfach mit der Ankündigung “ich, der Herr, habe ich jetzt Lust darauf” machen. Wie auch immer. Ab diesem Moment konnte ich ihn nicht mehr ernst nehmen und haben immer mal wieder feinen Sarkasmus einfließen lassen, was er obendrein nicht einmal bemerkte. Darauf kann ich wirklich verzichten, weswegen es – um den Bogen zurückzubekommen – wohl etwas länger dauern könnte, bis da jemand auftaucht, vor dem ich den Blick ohne inneres Augenrollen niederschlagen kann.
Das zweite Vorhaben entspringt gewissermaßen einem Scherz, der zu einem rennenden Gag wurde. Wenn wir zum Beispiel Sonntag morgens im Bett liegen, sagen wir uns häufig, wie praktisch doch ein Sub-Sub wäre, der jetzt Frühstück macht. Oder wenn mir die Füße schmerzen, wäre ein Fußmassagesklave eine gute Sache, denn auch wenn mein Herr das ab und an übernimmt und das echt schön ist, passt es doch nicht ganz in mein Selbstbild. Deswegen denken wir tatsächlich über einen solchen Sub-Sub respektive Fußmassagesklaven nach. Nicht in dem Sinne, dass ich eine auf Domse mache und mir einen Sub anlache – was ja einige andere Subbis tun und ich auch machen könnte – sondern eben wirklich für uns, wobei ich eben Sub bleibe, aber dieser zweite Sub noch unter mir stünde. Bei diesem Plan bin ich selbst noch nicht ganz überzeugt, ob ich das am Ende des Tages wirklich gut finde. Bisher war es immer ein lustiges Gedankenspiel, wenn ich keine Lust hatte aufzustehen und Brötchen zu holen, aber so in echt… Ich bin ja schon auf Alexa eifersüchtig, wenn mein Herr ihr sagt, sie solle ihn an etwas erinnern, statt es mir aufzutragen.