Jawohl, liebe Sub!

Hach, ich fange diesen Text jetzt erneut an. Die erste Version begann mit einem riesigen Palaber darüber, wieso, weshalb und warum ich schon wieder seit einigen Wochen nichts von mir habe hören lassen. Die Wahrheit ist: als ich das letzte Mal dachte “Mensch, du müsstest glaube ich mal wieder was schreiben” war exakt vier Tage nach dem letzten Beitrag, weswegen ich mir antwortete: “Ne, brauchst du noch nicht, reicht nächste Woche, wenn auch wieder was passiert ist” und dann war heute. Ich komme also hoffentlich nun ohne große Vorrede zum Kern dieses Beitrags: das letzte Wochenende.

Mein Herr und ich nehmen uns im Grunde seit ich hierher gezogen bin vor wieder mehr D/s in unseren Alltag einfließen zu lassen, aber bis auf ein paar Spielchen zwischendurch wollte das nicht so richtig werden. Das soll nicht heißen, dass die Spiele doof gewesen wäre, im Gegenteil. Aber sie waren ein bisschen wie die Schokoklumpen in einem Zupfkuchen: irgendwie Teil des Ganzen, aber doch separat. Wir haben eher eine normale Beziehung mit BDSM-Anteil geführt als eine D/s-Beziehung in der es ok ist, wenn es auch normale Pärchenabende gibt. Das soll und wird sich jetzt ändern und das vergangene Wochenende markierte gewissermaßen den Anfang davon.

Am Freitag erhielt ich vormittags eine Nachricht von meinem Herrn mit Anweisungen für den Abend, wann er kommen würde, was er essen wolle und wie ich auszusehen hätte (wobei ich hierbei immer nur einen Rahmen gesteckt bekomme und mich darin frei bewegen kann). Gott sei dank hatte ich in weiser Voraussicht bereits tags zuvor aufgeräumt, sonst wäre bei mir Panik ausgebrochen. So hatte ich ausreichend Zeit zum Einkaufen und Essen vorbereiten sowie um mich fertig zu machen. Die Vorgaben waren: halterlose Strümpfe, erotisches Oberteil, kein Höschen, aufwendiges Make-up. Das Schwierigste war das verdammte Oberteil. Ich habe viele coole Klamotten, aber wenige die ich mit “erotisch” beschreiben würde. Es wurde dann ein Spitzenjäckchen und das wars. Ich denke das war ok, zumindest sah mein Herr zufrieden aus.

Als er ankam, erwartete ich ihn kniend im Flur und bekam dann die Anweisung für das Wochenende nur dann zu sprechen, wenn ich direkt angesprochen werde. Ich habe das versucht, aber schlussendlich hat es nur mäßig gut funktioniert. Währende des Essens war alles noch einigermaßen gut, zumal ich einen Teil der Zeit unter dem Tisch verbringen durfte, wo ich mich an meinen Herrn schmiegen konnte. Ihr müsst allerdings wissen, ich gehöre zu diesen Menschen, die immer und über alles nachdenken. Immer und über alles. Wenn ich nicht reden darf, habe ich noch mehr Zeit zum Denken und das wurde uns gewissermaßen zum Verhängnis. Es fing eigentlich sogar schon beim Essen an, wurde dann aber immer schlimmer, je verunsicherter ich wurde, vor allem weil ich auch das Gefühl hatte nicht nachfragen zu dürfen, wenn ich etwas nicht verstanden hatte, weil ich nicht unerlaubt reden wollte. Das hatte auch lustige Momente, zum Beispiel kniete ich vor dem Sofa und mein Herr sagte etwas zu mir, was ich als “küss mich!” verstand. Daraufhin machte ich mich auf ihn zu küssen, bekam jedoch eine ablehnende/korrigierende Reaktion mit der Anweisung: “nein, weiter nach unten und mit dem Arsch nach oben!” Ihr könnt euch meine Verwirrung eventuell vorstellen, als ich mich irgendwann übers Knie gelegt wiederfand. Am Abend stellte sich dann heraus, dann der ursprüngliche Befehlt nicht “küss mich!” sondern “übers Knie!” war – wie auch immer diese Verwechslung zustande kommen konnte. Darüber kann man lachen und die Situation muss zum Brüllen komisch ausgesehen haben. Es blieb nur leider nicht bei lustigen Missverständnissen, sondern mein Kopf blockiert im Laufe des Abends immer mehr. Mir ging es zum Ende des Tages hin so mies, dass wir das Hauen quasi unmittelbar nach der Aufwärmung abbrechen mussten. Genauso wurde das Schweigegebot für das Wochenende aufgehoben und stattdessen kuschelten wir und gingen nicht allzu spät ins Bett.

Am Samstag bin ich dann kurioserweise mit dem Wunsch aufgewacht das mit dem Schweigegebot noch einmal zu versuchen. Ich wollte meinem Herrn zeigen, dass es mir wichtig ist und dass ich mich nicht darauf ausruhen möchte, dass es am Tag zuvor blöd gelaufen war. Ich hielt mich erneut an die Kleidervorschrift und weckte meinen Herrn (beinahe) schweigend. Ich habe nie behauptet, dass mir das, abgesehen vom vielen Denken, leicht fallen würde. Darüber hat sich beim Herr durchaus gefreut und durch die Freiwilligkeit klappte es auch relativ gut. Wir frühstückten, mein Herr machte sich fertig, ich versuchte (vergeblich) ein Spiel zum Laufen zu bringen und am Ende begannen wir dort, wo es am Tag zuvor endete: für mich vor dem Sofa kniend, mit entblößtem und vom Vortag bereits leicht gezeichnetem Hinterteil und mein Herr mit Gerte in der Hand. Dieser Teil des Tages war total schön und ein wenig spaßig. Durch mein Sprechverbot musste ich mich beim Fluchen sehr zusammenreißen. Für gewöhnlich fluche ich nämlich wenn ein Schlag ein wenig dollen oder deplatziert ist. Nicht die feine Art, aber mein Gott, ich beschimpfe ja nicht meinen Herrn direkt oder verfluche den Schmerz. Am Samstag musste ich meine “Fuck”s und “Scheiße”s jedoch umwandeln in Faustschläge aufs Sofa, was mich selbst schon an ein Kleinkind mit Wutanfall erinnerte, da will ich gar nicht wissen, wie das von außen betrachtet aussah. Doch nicht nur das. Wir mussten auch ein paar kleine Unterbrechungen einlegen, denn Sub hatte einige kleine Wehwehchen. Erst tat das Knie weh, dann wars zu warm, dann ein Krampf in der Hüfte und dann wars zu kalt. Als mein Herr erst die Balkontür öffnete und dann direkt wieder schließen musste, weil ich sofort anfing zu zittern, meinte er nur noch: “Soviel zum Machtverhältnis – jawohl, liebe Sub!” Es war echt schön und mein Arsch glühte ganz ordentlich, als wir ins Schlafzimmer wechselten. Dort angekommen wechselte mein Herr zu seiner kleinen, fiesen Gummipeitsche und die ist wirklich fies. Er fesselte mich nicht, weswegen ich von mir aus einigermaßen stillhalten musste, was wie zu erwarten war absolut nicht klappte. Ich drehe mich immer hin und her und wenn ich zudem noch eine Hüfte zu “schützen” habe gleich dreimal so viel. Trotzdem saßen viele Schläge und ich bin ehrlich gesagt nicht mehr sicher, ob ich es noch schaffte einigermaßen leise zu sein. Ich denke eher nicht, aber das ist auch egal, denn die Nachbarn sind vor einigen Wochen eh ausgezogen. Danach brauchte ich erstmal ein wenig Ruhe. Die perfekte Zeit zum Einkaufen, Kochen und Essen. Blöd war nur, dass wir danach vollgefuttert waren und noch mehr Ruhe brauchten. Noch mehr Ruhe bedeutete in meinem Fall wieder mehr Zeit zum Denken, wodurch sich das Kopfkino vom Vortag gewissermaßen wiederholte. Ich fühlte mich wie gefangen in meinem eigenen Körper oder eher in meinem eigenen Kopf, weswegen mein Herr daraufhin das Schweigegebot endgültig aufhob. Ich denke, dass wir dies erneut probieren werden, wenn auch vermutlich nicht direkt wieder für ein ganzes Wochenende, aber für den Moment war ich erleichtert. Wir sprachen eine ganze Weile darüber, bis ich mich komplett beruhigt hatte. Der Witz ist, oft führt mein Kopfkino zu Abbrüchen bei Sessions, aber wenn ich dann einmal alles erzählt habe, dann werde ich immer ganz scharf darauf weiterzumachen. Es dauert zwar immer ein wenig meinen Herr dazu zu ermuntern, aber bisher hat es immer ganz gut funktioniert. Am Samstag auch. Wir haben gefickt, ich bin dann Oktopus fast wahnsinnig geworden und am Ende hat meine Mumu gebrannt als hätte mein Herr sie mit frischem Ingwer eingerieben, dabei beschwört er, dass es nur Bodylotion war. Na klar. 😉

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